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Tania von Mein achtsames Ich beschreibt in ihrem sehr interessanten Beitrag, dass sie aufgehört hat, eine Methode oder einen Plan zur Achtsamkeit zu folgen. Gerade in einer Zeit, in der Ratgeber den Markt überfluten ist das ein sehr erfrischender und auch mutiger Ansatz. Wie ist es bei euch – folgt ihr einem ‚Plan‘, um achtsamer zu sein?

 

Methoden für mehr Achtsamkeit?

Wenn Leute hören, dass ich eine Website zum Thema „Achtsamkeit“ betreibe, werde ich gefragt, nach welcher Methode ich arbeite. Auf meine Antwort: „Nach keiner!“ ernte ich seltsame Blicke.

Warum ich nicht mehr an Methoden glaube

Nein, ich führe keine Meditationen aus, ich folge keinem Schritt-für-Schritt-Plan, ich gehe nicht nach Buchtitel „XYZ“ vor und ich nutze keine App. Ich habe nicht einmal tägliche Rituale oder Übungen, die ich immer wieder begehe. Mein Zugang zur Achtsamkeit ist ein anderer.

Aber ich kenne das Bedürfnis nach Methoden sehr gut, habe ich doch selbst unzählige Bücher gelesen, Ansätze und Methoden ausprobiert und Programme angewandt! Vielleicht gerade weil ich einen ziemlich guten Überblick darüber habe, auf welche Weise sich Achtsamkeit erreichen lassen soll, habe ich für mich entschieden, keiner dieser Methoden und Ansätze zu folgen. Ja, mehr noch: Methoden und Programme stehen für mich persönlich heute sogar oft im Widerspruch zu meinem Wunsch nach Achtsamkeit.

Warum? Weil Programme und Methoden nach meinen Erfahrungen immer zu kurz greifen müssen. Ja, sie klingen oft gut und einleuchtend, bieten einen vertrauenserweckenden Rahmen und wurden meist auch mit viel Wissen und Liebe entwickelt, aber sie können eines nicht: sich flexibel auf die jeweiligen Gegebenheiten einstellen, um uns allen gerecht zu werden. Die Gefahr, sich vor allem an den anstehenden Schritten der Methode zu orientieren, statt wirklich bei sich selbst zu bleiben (oder überhaupt erst einmal zu sich zu kommen), ist sehr, sehr groß.

Nicht verändern, sondern wahrnehmen

Der entscheidende Punkt bei der Achtsamkeit ist für mich der, wahrzunehmen (also zu fühlen!), WAS IST (unabhängig davon, ob mir nun gefällt, was ist). Wenn ich das über eine Methode versuche, kann das hin und wieder gut passen, sehr oft aber wird mich die Anwendung der Methode bereits vom dem, was IST, wegbringen, weil ich mich dazu zwinge, etwas zu tun, wonach mir gerade eigentlich gar nicht ist.

So wird z.B. Meditation sehr oft im Zusammenhang mit Achtsamkeit empfohlen. Was aber, wenn ich gerade voller Sorgen bin, voller Angst und Stress, so dass ich es kaum ertragen kann, mich auch nur für einen kurzen Moment still hinzusetzen? Wenn ich mich dann zum Meditieren bringe, kann es gut sein, dass ich ruhiger werde und erkenne, dass alles gar nicht so schlimm ist – was ich aber in diesem Moment tue, ist das, was in mir ist, ganz entscheidend zu VERÄNDERN. Und genau das ist meiner Ansicht nach keine Achtsamkeit. Wenn ich hingegen in diesem Moment meiner inneren Not Ausdruck verleihe, z.B. durch Tanz oder Tönen, bin ich bei mir und lass mich sein.

Für mich steht als erster Schritt an, WAHRZUNEHMEN, was ist, und zwar möglichst ohne einzugreifen. Zulassen, was ist, und so bewusst wie möglich fühlen, was ist. Mich sein lassen, wie ich bin. Einen Moment auszuhalten, wie ich bin, auch wenn es mir nicht gefällt. Nur so habe ich eine Chance, mich selbst etwas besser zu verstehen und mir wirklich nahe zu kommen.

Ich habe über viele Jahre Techniken, Programme und Methoden genutzt, um meine Gedanken und Gefühle zu beeinflussen. Es waren sehr wirkungsvolle Methoden darunter, mit denen ich vor allem eines schaffte: mich bestens zu optimieren. Genau durch all diese Methoden verlor ich aber nach und nach jedes Bisschen an Achtsamkeit für mich selbst. Sowie ich etwas spürte, was ich nicht wollte, war ich dabei, es „wegzumachen“ (wegzuatmen, wegzuklopfen, wegzumeditieren, wegzuschreiben usw.). Und weil es so gut funktionierte, nahm ich an, mich tatsächlich von all dem Unerwünschten in mir gelöst zu haben.

Was ich dabei aber verlor, war ich selbst, und so wurde ich zu einem nach meinen Vorstellungen gestalteten (eben optimierten) Wesen. Mich von der Idee zu verabschieden, ich könnte mit einer Technik oder Methode tatsächlich achtsamer werden, wirft mich vor allem auf eines zurück: auf mich selbst.

Was ist mein Ziel?

Lese den gesamten Beitrag auf Tanias‘ Blog:

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Tania Konnerth
Autor

Mein Name ist Tania Konnerth und ich bin Autorin, fotografiere leidenschaftlich gern und bin vielfältig kreativ tätig. Ich lebe und arbeite in einem alten Schulgebäude auf dem Lande in der Nähe von Lüneburg. Diese Seite habe ich vor allem deshalb aufgebaut, um meine neu entdeckte Achtsamkeit nicht wieder zu verlieren. Mehr über mich finden Sie auch unter www.taniakonnerth.de

http://www.mein-achtsames-ich.de
 

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